Wer kennt das Problem nicht: Morgen geht's auf Klassen-/Kursfahrt oder in den Urlaub und außer einem alten Kassettenrekorder ist kein Gerät greifbar, das man mit ruhigem Gewissen mit an den Strand oder zum Camping in den Wald nehmen würde. Natürlich hat das Kassettendeck keinen externen Eingang an den man seinen Discman oder MP3-Player anschließen könnte.
Wenn man dann ein solches "Luxusmodell" von Kassettenradio mit Batterieschacht hat, braucht man bloß noch eine Adapterkassette (~10 Euro) und viel Geld für Mono-Batterien, abgesehen von Platz im Reisegepäck.
Beim Selbstbau kann man sich auf das Nötigste beschränken (Boxen und Akkupack) und die Akkus mit einem normalen Ladegerät laden (ein Lademodul von Conrad, Reichelt, ELV und Co vereinfacht die Handhabung der Box etwas). An Zusatzfunktionen sind kaum Grenzen gesetzt. Mit der Zeit werde ich Ideen für Erweiterungen unten anfügen.
Also: Selbst ist der Modder. Schließlich macht das ganze ja auch Spaß, wenn man weiß, was zu tun ist und die Bastelaktion nicht in Frust endet. Und dann erst die Gesichter, wenn die Kiste losdröhnt
Als erstes schlachtet man die Boxen gründlich aus. Am Ende sollten zwei Lautsprecher, eine Verstärkerplatine und ein Netzteil übrig sein. In manchen Fällen kann es praktisch sein die Frontplatte und Druck-/Drehknopfaufsätze aufzubewahren.
Wenn man beim Zerlegen der Boxen irgendwelche Kabel durchtrennen muss, sollte man auf jeden Fall auf eine sorgfältige Kennzeichnung achten, um die Kabel anschließend wieder zusammenlöten zu können.
Ich habe bei meiner vierten Version der TravelBeatBox ein altes Netzteilgehäuse genommen und die Lüftungslöcher mit einfachem Blech auf Größe der Lautsprecher reduziert. Vorherige Varianten aus Keksdosen, Holz und Alublech haben sich als sehr stoßempfindlich erwiesen, während das Stahlblech eines Netzteilgehäuses einiges wegstecken kann. Aus diesem Grund kann ich ein solches Gehäuse nur empfehlen.
Schritt 2: Akkupack Versorgungsleitung anlöten
Hier dürfte für manche das erste große Problem liegen: Wohin mit den beiden Leitungen vom Akkupack?
Die meisten Lautsprecherpaare (jedenfalls alle, die ich bis jetzt zerlegt habe) haben ein kleines externes Netzteil, das mit Hilfe eines Trafos aus den 230V der Steckdose kleine Spannungen (in meinem Fall 9V) machen.
Die Wechselspannung des Trafos wird dann auf der Verstärkerplatine mit Hilfe von 4 Dioden in eine Gleichspannung umgewandelt und von einem mehr oder weniger großen Kondensator gepuffert, um Spannungseinbrüche bei starken Bässen/Höhen zu vermeiden. Aus dem Akkupack kommt bereits eine Gleichspannung. Also können wir dieses nicht einfach anstelle des Netzteils anschließen.
Auf dem ersten Bild links sieht man das hintere Ende der Platine, an der ich die Netzteilbuchse (unten links) abgelötet habe. Rechts davon sieht man den Gleichrichter (vier Dioden). Am Ausgang dieses Gleichrichters hängt der Elko (der schwarze Zylinder).
Auf Bild 2 sieht man die Rückseite mit den Leiterbahnen. Oben die Leitungen zur Original-Buchse (vor dem Gleichrichter angelötet) und weiter unten die Kabel, an denen wir später eine Gleichspannung zuführen können.
Diese Leitungen für das Akkupack werden einfach an die beiden Beinchen des "dicken" Pufferelkos gelötet.
Wie ihr wisst, (wissen solltet) gilt es bei Gleichspannungen auf die Polarität (+/-) zu achten. Diese seht ihr ganz einfach an dem Kondensator. Er hat am Minuspol eine dicke, gestrichelte Markierung (auf dem Bild nicht zu sehen). Markiert euch euer Kabel dementsprechend mit + und -, denn solltet ihr beim ersten Einschalten die Polarität vertauscht haben, ist euer Verstärkerbaustein mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit hinüber.
hier meine antwort auf eine private nachricht von Cotti, für den fall dass sich jemand die gleiche frage stellt:
Cotti hat folgendes geschrieben: Hallo.
Dein How2 hat mich auf die Idee gebracht mir auch sowas zu basteln.
Ich hab hier noch so ein "680 Watt 2.1 System, was in wirklichkeit nur 8W hat!^^
Meinst du das dafür eine Batterie ausreicht?
Wie viele 9V Blockbatterien hast du eigentlich verwendet, wie lange halten sie und wo hast du diese Halter her?
ich habe keine 9v blocks verwendet, die batteriehalter sind für normale mignonzellen weil die am billigsten sind. die laufzeit des akkupacks kannst du dir ausrechnen:
angenommen, dein verstärker gibt 8w auf die lautsprecher, etwas leistung geht noch an die abwärme verloren (bei so kleinen verstärkern eher zu vernachlässigen, rechnen wir mal mit 1W)
also 9W bei 9V (oder 12, je nach verstärker)
leistung = spannung * strom -> strom = leistung / spannung
I = 9W / 9V = 1 Ampère
mit einem 9V akkupack mit 1000mAh (=1Ah) würde deine box also rechnerisch 1 std laufen, in der praxis eher weniger, da bei den meisten akkutypen die spannung sinkt)
ein normaler 9V-akku hat in der regel schlappe 200mAh und die dinger sind auch noch verdammt teuer.
empfehlenswert sind daher normale NiCd- oder NiMh-Akkus, wobei die NiMh-variante nicht so einfach geladen werden kann wie die "alten" akkus mit NiCd.
ich nehme in meiner box 6 NiCd-zellen mit 800mAh, dh bei mir sinds rechnerisch also
I = 3W / 9V = 0,33 A -> 0,8 Ah / 0,33 A = 2,4h Akkulaufzeit.
die halter habe ich, zusammen mit dem lademodul, bei conrad gekauft.
Altäää Frau hat folgendes geschrieben: Gutes How To doch finde ich die Idee mitn dem NT nichts so gut aber is ja jedem selbst überlassen
ich hab auch schon keksdosen und pralinenschachteln ausprobiert... die letzte war ne holzkonstruktion - das nt gehäuse ist das stabilste was ich finden konnte und hatte auch schon den passenden schalter eingebaut
W.o.o.k.i.e.e hat folgendes geschrieben: Nur deine Lötstellen sind ja dermaßen schlecht, da solltest du noch üben.
lol das ist heißkleber
aber du hast recht, die litzen hab ich nicht richtig verzwirbelt vorher
ich habs im mom so, dass bei meinen pc boxen anstatt des netzteil ein akkupack hängt, weil ich beim gehäuse noch nich weiter bin. bau meins ja aus mdf.
ich finde du hättest noch für die etwas nicht so fitten im elektro bereich schreiben können, wie man ausrechnet, welche und wieviele akkus man benötigt.
sonst gut 1
deine variante das akkupack vor dem gleichrichter anzuschließen bedingt allerdings, dass 0,7v an versorgungsspannung verloren gehen.
bei dem geforderten vorwissen denke ich, dass jeder nachbauer/ahmer auch fähig sein sollte 9v bzw 12v durch 1,2 teilen und aufrunden zu können
wenn noch fragen sind, melden!
edit: eine frage an z0m und die mods: spricht etwas dagegen, wenn ich immer mal wieder ein kleines update einstelle oder soll ich lieber in ein paar wochen alles auf einmal ändern? bereitet die how²freigabe immer noch solche schwierigkeiten?
achja, mein angebot als elektro-how²-mod steht noch!
ich habs im mom so, dass bei meinen pc boxen anstatt des netzteil ein akkupack hängt, weil ich beim gehäuse noch nich weiter bin. bau meins ja aus mdf.
ich finde du hättest noch für die etwas nicht so fitten im elektro bereich schreiben können, wie man ausrechnet, welche und wieviele akkus man benötigt.
Aaaarg.... Meine Bassbox hatte ich schon eine Woche vor meinem Urlaub fertiggestellt und nach dem Urlaub vorgehabt es im X-Modding vorzustellen...
Meine Box besteht aber aus einem Alu-Akkuschrauberkoffer und einer 12 Volt Bleibatterie ....
H3PO, ich glaube wir sind seelenverwandt
Lol, was ein Zufall, ich möchte mir zur Zeit auch auch aus meinen alten Pc-Boxen tragbare Boxen bauen.
Ein sehr schönes tutorial, bis auf Schritt 2, da hast du, wie ich finde alles nicht so gut beschrieben.